UNiverso Gaurang I. (Thanekar) nennt sich augenzwinkernd einen „indischen“ Bonner. Geboren in Mumbai, der größten Stadt in Indien, führte ihn sein Studium im Jahr 2016 nach Deutschland und ins schöne Rheinland. Nach seinem Bachelorabschluss in Pharmazie in seiner indischen Heimat hat er sich an der Internationalen Hochschule (IU) in Bad Honnef und der Technischen Hochschule Deggendorf weiterqualifiziert. Seine Promotion absolviert er momentan an der Politecnico di Milano. Gaurang spricht Marathi, Hindi, Bengali, Urdu, Sanskrit, Englisch, Deutsch und etwas Spanisch. Er lebt mit seinem Partner und ihren Zwergschnauzern in Bad Godesberg.
In der zurückliegenden Session war Gaurang ein aktives Mitglied in der Equipe von UNiverso Stephan I und ist seitdem überzeugter Karnevalsjeck. Für ihn ist der Karneval ein Fest, das Menschen verbindet, egal woher sie kommen. „Bonn zeigt, dass Integration nicht nur möglich ist, sondern Freude macht und uns alle bereichert.“


Das Kostüm von UNiverso Gaurang und die Ordensbänder
Universo Gaurangs Kostüm ist ein traditionelles indisches Peshwai Gewand für Männer, das aus seinem indischen Heimatstaat Maharashtra stammt. Dieser Stil geht zurück auf die traditionelle Kleidung, die von Männern während der Peshwa-Ära des Maratha-Reiches (1674-1818) getragen wurde, insbesondere im 18 Jahrhundert. Dieser Stil zeichnet sich durch Eleganz, Bequemlichkeit und Funktionalität aus und spiegelt die kriegerischen und administrativen Aufgaben der Peshwas wider, während er gleichzeitig die kulturellen und sozialen Normen der Zeit einhält. Diese Art von Kleidung ist eine zeitlose Repräsentation der lokalen Tradition und wird heute oft zu besonderen Anlässen und formellen Veranstaltungen getragen.
Hauptelemente der Peshwai-Bekeidung für Männer
- Angarkha (traditionelle Tunika)
- Ein langes, fließendes Kleidungsstück, das einem Mantel oder einer Tunika ähnelt.
- Normalerweise aus feiner Baumwolle oder Seide, je nach Anlass und sozialem Status.
- Dhotar (Dhoti)
- Ein langes, nicht genähtes Stück Stoff, das in einer bestimmten Weise um die Taille und die Beine drapiert wird.
- Gewöhnlich aus feiner Baumwolle oder Seide, in Weiß-, Creme- oder Erdtönen.
- Tilak Pagdi (Turban)
- Ein markanter Turban, der auf dem Kopf getragen wird und Ehre und Status symbolisiert.
- Es wurden reichere Stoffe wie Seide verwendet, und der Turban konnte mit Juwelen
oder Broschen verziert sein.
- Shela (Stola oder Halstuch)
- Eine dekorative Stola, die über die Schulter drapiert oder um den Oberkörper gewickelt wird.
- Sie wird aus Seide oder Baumwolle hergestellt und manchmal mit Zari (Gold- oder Silberfaden) bestickt.
- Schuhwerk
- Männer trugen traditionelle Ledersandalen oder Mojris (verzierte Schuhe) mit komplizierten Mustern.
- Schmuck und Accessoires
- Wohlhabende Männer oder Peshwas schmückten sich oft mit Schmuck wie Halsketten, Ringen, Armbändern und Ohrringen.

Stoffe und Farben
- Baumwolle war der wichtigste Stoff für die Alltagskleidung, da sie sich für das tropische Klima eignete.
- Für formelle Anlässe wurden Seide und Brokat bevorzugt.
- Die Farben reichten von gedämpften Tönen wie Weiß und Creme für den Alltag bis hin zu leuchtenden Farben wie Rot, Safran und Grün für feierliche Anlässe.
Bänder für die Orden
Die diesjährigen Bänder wurden speziell für den Karnevalsorden der UN-Funken handbemalt. Jedes Band ist einzigartig in Motiv und Farben.
Die Warli-Malerei ist eine traditionelle Stammeskunst, die vom Warli-Stamm praktiziert wird, einer indigenen Gruppe, die hauptsächlich in den Regionen Maharashtra und Gujarat in Indienansässig ist. Charakteristisch für die Warli-Malerei ist die einfarbige Verwendung von weißen Pigmenten auf erdigem, rotem Hintergrund. Sie stellt Szenen aus dem täglichen Leben, landwirtschaftliche Aktivitäten und die natürliche Umgebung mit geometrischen Formen dar.
Diese Kunstform stammt aus der Zeit zwischen 2.500 und 3.000 v. Chr. Sie dient als visuelle Darstellung der Warli-Kultur und betont die Harmonie der Gemeinschaft und ihre symbiotische Beziehung zur Natur. Die Warli-Malereien, die traditionell bei Festen und Ritualen auf Lehmwänden entstehen, spiegeln das reiche Erbe und die spirituellen Überzeugungen des Stammes wider.


